Und plötzlich war ich Läufer

Unverhofft, kommt oft. Und das Laufen kam sehr unverhofft. Ich zähle mich generell zu den sportlicheren Menschen, doch Laufen war für mich eigentlich immer Quälerei und ich bewunderte Leute die Halbmarathon- und Marathondistanzen liefen und es war mir ein Rätsel, wie man so etwas durchhalten kann. Ehrlich, ich verstand es nicht. Musste ich doch bei jedem Laufversuch kämpfen, um überhaupt Fünf Kilometer hinter mir zu lassen. Jedes Mal war ich so kaputt danach. Schrecklich. Laufen war mir schlichtweg zu anstrengend. Und so dachte ich lange, dass ich einfach nicht dafür gemacht bin, zu laufen. Lange zu laufen. Vor 3 Monaten wurde ich eines besseren belehrt.

Und zwar hörte ich Mitte September (mal wieder) mit dem Rauchen auf. Ich kann auf eine "stolze" Raucherkarriere zurückblicken. Aber seit der Geburt meiner zweiten Tochter und auch der Tatsache, dass man ja nicht jünger wird, wollte ich Nichtraucher sein. Ich wollte gesünder sein. Doch man kennt es ja, mit dem Rauchstopp kommen oft die Kilos. Das wollte ich verhindern. Unbedingt. Ich musste schon ein paar Mal überflüssige Pfunde loswerden und hatte keine Lust darauf, dass sich mir irgendwelche Pfunde, das Leben schwer machen. Also, was tut man? Richtig. Sport und eine bewusstere Ernährung. Oder zumindest vorerst auf jeden Fall Sport. Gesagt, getan. Die angst vor den Kilos hat mich hinaus gejagt. Ich fing also an zu laufen, da man mit Laufen recht viele Kalorien verbrennt. Die ersten zwei Wochen waren hart. Ich lief meistens ca. fünf km. Eine nette Runde bei mir durch die Gegend. Aber ich war immer so aus der Puste. Es war immer so unangenehm, doch aufgeben war diesmal keine Option, das hätte nämlich bedeutet, dass ich das ganze Essen, was ich mir einverleibte, auf meinen Hüften wiedergefunden hätte. Nix da!!!!

Also lief ich tapfer weiter. Bis zu sechs mal in der Woche. Und irgendwann, schwupp, war ich komischerweise gar nicht mehr so kaputt wie sonst nach meiner Laufrunde. Wow. Ich war beeindruckt und total erfreut über diese Erfahrung. Irgendwann bin ich plötzlich 10 km gelaufen, dann 14 und im Dezember dann sogar mal 18 km. Allerdings war das ein bisschen zu viel für meinen Körper gewesen und er hat mich für meinen Übermut direkt bestraft und meine Knie schmerzen lassen.

Jetzt habe ich mein Pensum etwas reduziert und werde mich nun wieder, aber ganz langsam, der Halbmarathondistanz nähern. 13 km kann ich momentan laufen, ohne dass ich Schmerzen oder andere Beschwerden habe. Ich muss auch bedenken, ich bin keine zwanzig mehr. Mein Körper kann einfach nicht von 0 auf 200% hochfahren ohne Nebenwirkungen. Nichtsdestotrotz finde ich, dass ich ganz gute und auch sehr annehmbare Fortschritte mache. Die fünf Kilometer lege ich bereits in einer Zeit von 00:27:28 zurück. Fünfundzwanzig Minuten strebe ich an, sowie die 10 km in fünfzig Minuten. Das ist das Schöne am Laufen. Man kann sich viele kleine Ziele setzen, die man erreichen möchte. Und es ist ein super tolles und bestätigendes Gefühl, wenn man dann ein Ziel endlich erreicht hat.

Du musst aber auch aufpassen, Laufen kann süchtig machen. So bald man diese krassen Erschöpfungszustände nicht mehr hat. Möchte man ständig laufen gehen. So ist es jedenfalls bei mir. Seit Monaten lese und ineterssiere ich mich nur noch für das Laufen. Ich lese ständig irgendetwas, was das Thema Laufen betrifft. Wenn ich irgendwo langfahre wo ein schöner Wald ist o.ä., stelle ich mir vor wie ich dort laufen werde. Und dann bin ich voller Vorfreude und kann es kaum erwarten. Selbst jetzt bei diesem Schmuddelwetter hält mich nichts zuhause. Rein in die Schuhe, Musik auf die Ohren und ab dafür. Und draußen laufen ist defintiv geiler, als drinnen auf dem Laufband. Laufband kann man mal machen, aber mich ödet das auch schnell an. Da fehlt dieses gewisse Feeling.

Und ich glaube, jeder kann ein Läufer werden. Um ein Läufer zu sein, musst du keine Bestzeiten oder den Marathon laufen. Du musst einfach nur laufen und es geil finden, egal wie schnell du läufst. Dieses "mehr" wollen stellt sich irgendwann wohl auomatisch ein. Denn man erzielt relativ schnell Erfolge. Allerdings würde ich dazu raten, falls man ein paar mehr Kilos auf den Rippen hat, langsam mit dem laufen zu beginnen, evtl. mit Walken zu starten. Denn die Belastung für die Gelenke ist ja schon ganz ordentlich beim laufen. Wenn du jetzt zu denen gehörst, die etwas mehr haben, scheue dich nicht. Gehe einfach raus und beginne mit gehen, dann zügiger gehen, langsames Laufen, usw. Wichtig ist nur, dass du dran bleibst. Keine Ausreden. Die findet man nämlich schnell. (ich auch) Mich macht das Laufen sehr glücklich. Ich war schon lange nicht mehr so entspannt und zufrieden mit mir und der Welt (momentan fällt das allerdings aufgrund der ganzen aktuellen Ergeignisse etwas schwer). Und das allergeilste, ich kann essen was ich will und nehme nicht zu. Hammer!! Ich nehme trotz des vielen Sports momentan zwar nicht ab, aber auch nicht zu, obwohl ich sehr viel esse. Aber mein Körper scheint das zu brauchen, da ich ja manchmal bis zu 1000 kcal pro Tag verbrenne.

Ich kann also wirklich jedem ans Herz legen es mit dem Laufen zu versuchen. Dafür solltest du aber wenigestens 1 bis 2 Monate dabei bleiben und mindestens 3 mal die Woche laufen gehen. Selbst mit Arthrose ist Laufen möglich und angeblich nicht kontraproduktiv. Also, wenn du etwas bewegen möchtest, du schaffst das!!!

Das Laufen hat mir übrigens ungemein beim nicht rauchen geholfen ;-)

13.1.16 01:05, kommentieren

Am Anfang war...

...die Lust sich mitzuteilen. Die Erfahrungen die man sammelt oder bereits gesammelt hat, zu teilen. Mit Leuten zu teilen, die ebenso daran interessiert sind mehr Bewegung in ihr Leben zu bringen. Und das dürften heutzutage, einer Welt der zunehmenden Bürohengste und Stuten, viele sein.Die Welt hat sich verändert, die Menschen haben sich verändert. Früher war das Problem der meisten Menschen, zu wenig essen zu haben. Für wenig Essen mussten sie sich viel bewegen. Heute muss sich der Mensch oft gar nicht für viel und schlechtes Essen bewegen. Und in Zeiten der Konsumgeilheit, gibt es Leute wie die geldgeilen Hans und Franz die ihren Nahrungsmüll unter den Bewegungslegasthenikern und Opfern der Konsumgesellschaft munter und hochpreisend an den Mann und die Frau bringen. Wir sind so mit unserer Arbeit beschäftigt und damit uns ein Leben aufzubauen, wovon wir meinen, dass es uns glücklich macht, dass wir dankbar sind für jede Minute die wir sparen. Hans und Franz freuen sich. Doch allmählich erwachen die Menschen, ich hoffe es zumindest, und sehen, spüren, dass etwas ziemlich falsch läuft. Generell läuft ziemlich viel falsch, ich möchte mich hier aber eigentlich nur auf Ernährung und Bewegung reduzieren und nur hie und da mal über den Rest der Welt meckern.Jetzt frage ich dich: Warum bist du hier und möchtest mehr über Ernährung und Bewegung lesen? Hast du zu viel schlechtes Essen gegessen? Bist du ein Opfer der Werbung? Hast du einen Bürojob, der dich total vereinnahmt? Oder bist du eigentlich ganz passabel, nur deine Heißhungerattacken hast du nicht im Griff? Ganz egal warum, es wird einen guten Grund für dich geben und er hilft dir, dich auf den Weg der Veränderung zu begeben. Man sollte aber realistisch bleiben. Manchmal, egal wie sehr man sich anstrengt, wird man einfach nicht wie Angelina Jolie oder Brad Pitt aussehen. Und sollte man auch nicht. Du sollst du sein. Und dich vor allem, wohl mit dir fühlen. Die richtige Ernährung und Bewegung können dir helfen, dich auf diesem Weg positiv beeinflussen. Doch vor allem musst du mit dir ins Reine kommen. Das hast du sicherlich gewusst. Das ist der Schlüssel zu vielem. Frieden mit sich selbst. Wir glauben, dass Glück zu finden, wenn wir endlich unser Wunschgewicht haben oder mehr Geld, das schnelle Auto, die großen Brüste...was weiß ich, wovon du meinst, dass es dich glücklich macht. Fakt ist aber, die meisten Dinge brauchen wir eigentlich nicht, um glücklich zu sein. Kluge Menschen wissen, dass das Materielle nicht des Lebens Glück ist. Und vor allem sollte man auch wissen, dass der Zustand des Glückes kein pemanenter Zustand ist und auch nicht sein kann. Sondern es ist eher so, dass das Glück immer mal frech hinter seinem Vorhang hervorlugt und uns keck zulächelt. Und wir dann dümmlich zurückgrinsen. Also wir waren dabei festzustellen, dass sich was ändern muss. Die Welt wird sich nicht ändern, aber du kannst dich und deine Sicht auf die Dinge ändern. Damit solltest du beginnen. Und noch etwas ist ganz wichtig: Von nichts, kommt nichts!!!! Du musst bereit sein etwas zu tun, nicht nur körperlich. Vor allem ist die mentale Arbeit das schwierigste. Sich der geistigen Arbeit zu stellen erfordert dem ein oder anderen wahrscheinlich einiges ab. Ich weiß wovon ich spreche. Ich kämpfe jeden Tag mit mir. Ich bin ein Freund von Listen. Listen erinnern mich immer wieder daran, was ich nicht vergessen sollte. und man kann sie überall aufhängen und bei Bedarf erweitern oder abhaken. Vor allem letzteres gibt uns ein sensationelles Erfolgsgefühl und könnte süchtig machen. Los, mach dir eine Liste. Oder mach erst einmal so etwas wie Brainstorming und erstelle dir daraus deine Liste. Definiere dir deine Ziele. Hinterfrage dich und dein Vorhaben. Will ich das wirklich? Oder will ich das nur, weil dies und das. Was wird sich für mich ändern erreiche ich dieses/jenes Ziel? Und wie kann ich mein(e) Ziel(e) erreichen? Muss ich sie erreichen? Oder genügt eventuell schon der Weg zum Ziel? Auch Rückschläge müssen dir gewahr sein. Und sollten dich nicht blind für dein Ziel machen. Ich zum Beispiel, ich habe fast zwei Jahrzehnte lang geraucht. Fünf Jahre lang, habe ich mit dem Nichtrauchen beschäftigt und ich wusste irgendwann, irgendwann werde ich Nichtraucher sein. Und so kam es dann auch. Irgendwann rauchte ich die letzte Zigarette und gut war. Nach knapp zwei Jahren hatte ich einen Rückfall. Ich rauchte dann nochmals eineinhalb Jahre. Während dieser Zeit wusste ich aber, ich werde wieder ein Nichtraucher sein. Immer und immer wieder habe ich mich mit diesem Thema beschäftigt. Eine fiese Erkältung hat mir dann die Augen geöffnet und mir geholfen das Rauchen von jetzt auf gleich sein zu lassen. Jetzt bin ich wieder Nichraucher. Und es fehlt mir nur manchmal. Aber ich fühle mich stärker denn je. Das Scheitern hat mich gestärkt und mir gezeigt, wohin mich Schwäche führen kann. Vielleicht muss man manchmal scheitern, um sich gestärkt auf seinen Weg zu machen. Naja, auch das ist kein Geheimnis. Nur manchmal vergessen wir vielleicht solch banale Dinge.Nun gut...auch ich will Dinge ändern. Ich werde darüber berichten und wer mag, darf mich begleiten und sich mit mir austauschen. Gemeinsam ist es doch oft viel schöner.

2.1.16 04:35, kommentieren